Auf seinem Blog ready4meat präsentiert Patrick Manhard Fleisch in allen Formen. Auch beruflich dreht sich alles um Huft, Rücken, Schnitzel oder Flügel – der 33-Jährige arbeitet als Metzger im Globus.
Text: Jessy Nzuki. Dieser Beitrag ist im St.Galler Tagblatt am 4.2.2026 erschienen.

Patrick Manhard interpretiert das klassische Cordon bleu neu: mit Chorizo und scharfem Käse. Bild: zvg/Patrick Manhard
«Zuerst habe ich sie zweieinhalb Stunden geschmort bei 160 Grad.» Patrick Manhard spricht über eines seiner Gerichte: Schweinsschultern mit Schwarten. Die Begeisterung ist ihm anzusehen. Mit den Händen zeichnet er nach, wie er das Fleisch geschnitten hat. Rotwein, Rüebli und weitere feine Details machen das Gericht aus. Das Endergebnis präsentiert der 33-Jährige online. Manhard ist Metzger und Foodblogger.
Seit fast sieben Jahren ist er in den sozialen Medien mit Kochbeiträgen aktiv. Im Zentrum steht schon immer das Fleisch. Daher auch der Name ready4meat. Angefangen hat Manhard mit einfachen Bildern von seinen Gerichten. Im Laufe der Zeit hat er sich beigebracht, zu fotografieren und zu filmen. «Ich mag es einfach, ästhetische Bilder anzuschauen», sagt er. Die Resultate veröffentlicht er auf Instagram, Facebook, Tiktok, der eigenen Website und bald auch Youtube. Und das mit Erfolg: Mehr als 21’000 Personen folgen ihm auf Instagram.
Mehr als nur Filet, Huft oder Entrecôte
Seine Leidenschaft für Fleisch begann früh. «An Sonntagen hat mein Vater gerne Leute eingeladen und gut gekocht», sagt er. Das habe jeweils den ganzen Tag gedauert – Nierstücke vom Smoker oder auf Zedernholz geräucherten Fisch. Das hat bei Manhard die Liebe zum Fleisch geweckt.
Eine Lehre zum Metzger lag nahe. Da habe er Fleisch von einer ganz anderen Seite kennengelernt. «Ein Tier hat so viele Zuschnitte. Man muss einfach wissen, wie man sie zubereiten muss.»





Eine Auswahl von Patrick Manhards Gerichten. Bilder: zvg
In seinen über 1000 Blogbeiträgen zeigt er nicht nur Klassiker. Die Themen sind vielfältig: Garnelenspiesse in Reispapier, Schweinebauch als Rose geformt, Languste mit Schweizer Kaviar oder Kalbfleischspiesse mit gebratenem Spargel sind nur eine Auswahl davon.
Seit eineinhalb Jahren ist er als Metzger im Warenhaus Globus tätig. Zu 80 Prozent, denn Dienstage und Donnerstage sind reserviert für seinen Blog. Dann heisst es: kochen, filmen, schneiden, bearbeiten. An einem Tag kocht der 33-Jährige mehrere Gerichte, um wöchentlich mindestens drei Rezepte zu veröffentlichen. Das Kochen läuft also gestaffelt: Während das erste Gericht kocht, backt, grillt oder dampft, bereitet Manhard das nächste zu. Essen kann er nicht alles selbst, Freunde und Familie freuen sich.
Eine Studioküche in der Wohnung
In seiner Loftwohnung im Westen von St.Gallen ist er dafür ausgerüstet. Sein Vater ist Schreiner und hat dem Foodblogger im oberen Stockwerk eine Studioecke aus Holz gebaut. Nebst Stativ und Studiobeleuchtung stehen zahlreiche Küchengeräte bereit. Nur Ofen und Herd fehlen; dafür muss Manhard in die Küche im unteren Stock seiner Wohnung.

Sein Studio ist so ausgerüstet, dass er sowohl kochen als auch fotografieren kann. Bild: zvg/Patrick Manhard
Auf dem Dach wartet das Paradies jedes Grillmeisters: Sieben Grills stehen bereit für ihren Einsatz. «Einer dieser Grills hat fast jeder zuhause.» So bleibe es spannend, sowohl für die Zuschauenden als auch für den Grillmeister.
Er träumt vom eigenen Kochbuch
Seine Posts mögen den Eindruck erwecken, als würde er nur Fleischgerichte essen. Doch Manhard lacht und sagt: «Es gibt auch ein oder zwei Tage in der Woche, an denen es kein Fleisch gibt.» Die Gerichte von Filmtagen esse er auch später noch. So verteile sich sein Fleischkonsum über die Woche.
Seine Marke möchte Manhard weiter ausbauen und neue Dinge probieren. «Das macht das Leben doch spannend.» Die eigene Produktlinie an Messern verkauft er schon auf seiner Webseite. Bald sollen auch Shirts und Pullover dazukommen. Ein weiteres Ziel auf seiner Liste: ein eigenes Kochbuch. Die Rezepte möchte er natürlich selbst kreieren. Auch die dazugehörigen Videos dürfen für den Foodblogger nicht fehlen.